Chefredakteur der Agrarzeitung „LAND & Forst“ antwortet auf offenen Brief von Eckehard Niemann / AbL

Der Chefredakteur der Agrarzeitung „LAND & Forst“, Ralf Stephan, hat auf den offenen Brief (zum Nachlesen bitte diesen Link anklicken: http://www.buerger-massen.de/offener-brief-an-die-redaktion-der-agrarzeitung-land-forst-versuch-der-informationsunterdrueckung/) vom 11.03.2012 von Eckehard Niemann / AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) geantwortet und die BIM [BürgerInitiative Munzel] e.V. gebeten, diese Antwort zu veröffentlichen.

Selbstverständlich kommen wir dieser Bitte nach. Hier nachfolgend der Antwortbrief von Ralf Stephan:

Sehr geehrter Herr Niemann,

Ihr Brief vom 11. März hat bei den Empfängern in unserer Redaktion einige Verwunderung ausgelöst. Uns ist nicht klar geworden, worin Ihre Kritik an der LAND & Forst eigentlich besteht.

Sie erwecken den Eindruck, dass wir bewusst bestimmte Informationen unterdrücken, nur weil sie von einem bestimmten Absender kommen. Just in der ein paar Tage vor Ihrem Brief erschienenen Ausgabe haben wir einen Leserbrief von Ihnen veröffentlicht, in dem Sie „lobbyistischer Schönfärberei der agrarindustriellen Hähnchen-Vertragsmast“ eine eigene Erlöskalkulation entgegensetzen. Mit der „lobbyistischen Schönfärberei“ meinten Sie die von uns in Ausgabe 7 veröffentlichte Betriebszweigauswertung (BZA) der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, bekanntlich einer unserer Herausgeber.

Nur wenige Ausgaben davor haben wir im agrarpolitischen Teil über die Stellungnahme des BDM zur Sektoruntersuchung Milch des Bundeskartellamtes informiert – mithin einer Organisation,  mit der unser Herausgeber Landvolkverband längst nicht immer einer Meinung ist. Erschienen sind seit meinem Dienstantritt zudem Leserbriefe vom AbL-Landesvorsitzenden Martin Schulz oder von Eckard Wendt, Arbeitsgemeinschaft artgerechte Nutztierhaltung, von Sprechern von Bürgerinitiativen gegen Stallbauten oder von aktiven BDM-Mitgliedern. Wir räumten und räumen ihnen auch weiterhin Platz auf unseren Seiten ein. Allerdings bitten wir auch um Verständnis, wenn wir dabei berücksichtigen, dass Organisationen wie die AbL in Niedersachsen nur einen sehr kleinen Anteil der Landwirte repräsentieren.

Einem offensichtlichen Irrtum unterliegen Sie mit der Annahme, die LAND & Forst sei Organ der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Unser Auftrag ist es, fachlich ausgewogen sowie beratend und meinungsbildend über Landwirtschaft und Landleben in Niedersachsen zu informieren. Dank der Rückenstärkung durch beide Herausgeber und durch unsere Verlagsleitung gelingt uns das trotz der immer schwierigeren Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft und für den ländlichen Raum zunehmend besser. Erkennbar ist das unter anderem daran, dass Themen, die die AbL auf ihrer Versammlung in Syke behandelte, seit langem auf unseren Seiten widergespiegelt werden und deshalb für unsere Leser nichts grundsätzlich Neues sind.

Was nun die nicht berücksichtigte Terminankündigung betrifft: Auf unseren Terminseiten weisen wir stets darauf hin, dass ein Anspruch auf kostenlosen Abdruck nicht besteht. Wir bemühen uns, möglichst alle Termine zu veröffentlichen, können es aufgrund der Fülle jedoch nicht garantieren. Wir haben nicht vor, dabei AbL-Mitglieder unter unseren Abonnenten auszugrenzen, ärgern uns aber natürlich auch, wenn uns unterstellt wird, wir würden Termine absichtlich „vergessen“.

Wie Sie wissen, verfügt eine gute Redaktion stets über mehr Material, als sie veröffentlichen kann und möchte. Deshalb müssen wir uns Woche für Woche entscheiden, was abgedruckt wird und was nicht. Maßstab dafür ist allein die von Herausgebern und Verleger gemeinsam vorgegebene Linie der Redaktion. Wie ich Ihnen kürzlich schon am Telefon versicherte, fällt auch trotz des mitunter reduzierten Umfangs unserer Rubrik „Lesermeinung“ kein Leserbrief unter den Tisch, den wir als interessanten Beitrag zur Diskussion ansehen.

Ganz zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung: Chefredakteur der LAND & Forst zu sein heißt nicht nur, sich in den Dienst von Landwirtschaft und ländlichem Raum in Niedersachsen zu stellen, sondern auch, die vor einigen Jahren mit der Fusion von drei Zeitschriften, drei Redaktionen und damit drei unterschiedlichen Ausrichtungen begonnene Entwicklung hin zur Fach- und Familienzeitschrift aus einem Guss täglich weiter voran zu bringen. Was immer Sie über meine sehnlichsten Wünsche oder meine agrarpolitischen Kompetenzen vernommen haben: Es ist auch nach fast zwei Jahren immer noch eine großartige Aufgabe. Kritik ist mir dabei wichtig, wenn sie fundiert ist. Das kann sie aber nicht sein, wenn sie auf Hörensagen beruht.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Stephan

Chefredakteur

LAND & Forst

 

Soweit die „Antwort“ von Ralf Stephan. Es fällt auf, dass auf den Vorwurf , dass „LAND & Forst“ den AbL-Termin zum wiederholten Male nicht veröffentlicht hat, lediglich mit dem Hinweis antwortet, dass kein Anspruch auf Veröffentlichung bestehe. Formal und rechtlich sicherlich ok aber nicht gerade Ausweis einer besonderen Fairness, die Ralf Stephan selbst aber von der BIM [BürgerInitiative Munzel] e.V. eingefordert hat, indem er um Veröffentlichung seines Briefes gebeten hat.

Wir haben dieser Bitte  sofort entsprochen, obwohl Herr Stephan keinen Anspruch auf Veröffentlichung seines Briefes hatte und hat.

Wir hoffen aber, dass man bei „LAND & Forst“ die selber eingeforderte Fairness in Zukunft auch an den Tag legt.

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