AbL unterstützt Kritik der Verbraucherzentrale an Fleisch-Werbung

Pressemitteilung

AbL unterstützt Kritik der Verbraucherzentrale an Fleisch-Werbung   

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt die Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg über die Bewerbung von agrarindustriell erzeugten Fleisch- und Wurstwaren mit unzutreffenden Bildern von Bauernhöfen und grünen Wiesen sowie mit Begriffen wie „Bauer“, „Hof“ oder „Land“. Viele Bauern seien es leid, dass der gute Ruf ihres Berufsstands von Agrarindustriellen, Fleisch- und Handelskonzernen für deren Produkt-Vermarktung ausgenutzt werde.

In einer Situation ruinöser Erzeugerpreise, die durch die systematische Überproduktion aus Agrarfabriken und Schlachtkonzernen und durch Dumping-Angebote des Handels systematisch gedrückt würden, empfänden es viele Bauernfamilien als Hohn, wenn Billig-Angebote gar mit der Marke „Bauernglück“ angeboten würden. Der niedersächsische AbL-Landesvorsitzende Martin Schulz, selbst Mitglied im „Neuland“-Verbund für artgerechte Tierhaltung, begrüßte die Forderung der Verbraucherzentrale nach einer klaren Deklaration der Haltungsbedingungen auf den Verpackungen. Wie bei den Eiern könnten die Verbraucher dann wirklich zwischen falscher Idylle und Realität in der Tierhaltung unterscheiden.

Die AbL forderte Handelskonzerne und Gastronomie auf, deutlicher auf Fleisch aus artgerechter Haltung setzen. Zudem müssten Bauernverband, Schweine- und Geflügelhalter-Verbände endlich ihre unkritischen Verknüpfungen mit den Schlachtkonzernen beenden und die unübersehbaren Chancen der neuen gesellschaftlichen Bewegung für eine artgerechte Tierhaltung in „Bauernhöfen statt Agrarfabriken“ aktiv nutzen. Das anstehende Verbot von Agrarfabriken und ein Umbauprogramm auf eine Tierhaltung mit mehr Platz, Stroh und Auslauf, ohne Antibiotika und mit Bindung an die eigene Futterfläche könne dafür sorgen, dass EU-weit die Überschüsse abgebaut und damit endlich dauerhaft höhere Erzeugerpreise durchgesetzt würden.

Nach Einschätzung der AbL liegt die Zukunft in „Klasse statt Masse“. Die neuen Tierschutz- und Umweltvorschriften verschafften den mittelständischen Bauernhöfen deutliche Konkurrenzvorteile gegenüber Agrarfabriken, weil eine artgerechte Tierhaltung nur in bäuerlichen Strukturen und nicht in Anlagen mit Tausenden von Schweinen oder Zehntausenden von Geflügelplätzen umsetzbar seien. „Es wird Zeit“, so AbL-Sprecher Schulz, „dass Fleischverpackungen mit Bauernhof-Werbung die Wahrheit sagen und keine Mogelpackungen mehr sind!“

 

P.S.: Die Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg „Trügerische Idylle statt echter Fakten“ finden Sie auf deren Internetseite:

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