AbL fordert Stillegung der Sauen-Agrarfabrik des Agrarindustriellen Straathof

Pressemitteilung

AbL fordert Stillegung der Sauen-Agrarfabrik des Agrarindustriellen Straathof 

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat die Politik und die zuständigen Behörden Sachsen-Anhalts und des Altmark-Kreises aufgefordert, mit allen gesetzlichen Mitteln gegen Gesetzesbrüche des Agrarindustriellen Adriaan Straathof vorzugehen. Straathof, der in Holland und in Ostdeutschland schon zehn Agrarfabriken mit mehr als 40.000 Sauen betreibe, werde an vielen Orten massiv kritisiert wegen der Durchsetzung seiner Ziele unter Missachtung bau-, umwelt- und tierschutzrelevante Vorschriften. In Holland hätten die Behörden Straathof nach massiven Auseinandersetzungen zur Beendigung der Überbelegung seiner Ställe zwingen müssen. Bei Straathofs Sauenanlagen-Bau im vorpommerschen Alt-Tellin klagte der Sprecher des Landkreises laut Nordkurier, Straathof halte sich „so gut wie nicht an Vorschriften“ und „verstoße immer wieder gegen Auflagen“ – trotz aller Straf- und Zwangsgelder. Und in Binde (bei Salzwedel) habe Straathof seine Sauenanlage mit 30.000 Tieren bereits vor Jahren durch ungenehmigte Stallgebäude und eine Biogasanlage erweitert.

 

An allen Standorten der Straathof´schen Tierfabriken gibt es laut AbL andauernde und massive Proteste. Auf Drängen der durch den Gestank der Anlage belasteten Bürger in Binde habe schließlich das Landesver-waltungsamt reagiert und die Nutzung der Schwarzbauten untersagt. Nachdem Straathof eineinhalb Jahre verstreichen ließ und nicht einmal einen nachträglichen Bauantrag zur Legalisierung der Zusatzbauten einreichte, habe das Amt nunmehr die Nutzungsuntersagung verfügt und plane die sukzessive Stillegung der gesamten Anlage. Dies würde bedeuten, dass die Sauen nicht mehr belegt und nach und nach verkauft bzw. umgestallt werden. Auch dagegen klage Straathof, offenbar in der Hoffnung auf eine weitere aufschiebende Wirkung.    

 

AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann verwies darauf, dass Straathof und viele andere Agrarindustrielle lange Jahre durch zuständige Politiker angelockt und unterstützt worden seien. Erst unter dem Druck einer wachsenden Bürgerbewegung beginne man nun endlich, dem weiteren Vordringen der Agrarindustrie zögerlich erste Grenzen zu setzen. Dies sei seit langem überfällig, weil die agrarindustrielle Tierhaltung nicht nur Lebensqualität, Gesundheit und Immobilienwerte der Anwohner, sondern ganze Regionen und den Tourismus massiv beeinträchtige. Mittelständisch-bäuerliche Existenzen würden dadurch verdrängt, so dass in absehbarer Zeit ähnliche Konzernstrukturen wie in der Geflügelhaltung drohten. Schließlich berichteten Berater und Bürgerinitiaven bereits jetzt davon, dass ein Großteil der Schweine in versteckter Lohnmast gehalten werde und dass hinter etlichen Agrarindustriellen bereits Futtermittel- oder Genetikkonzernen ständen.

 

Das Motto der mittlerweile 200 Bürgerinitiaven und Verbände im bundesweiten Netzwerk „Bauernhöfe statt Agarfabriken“ gilt es laut AbL jetzt durchzusetzen: durch ein Verbot von Agrarfabriken in der anstehenden Novelle des Bundesbaugesetzbuchs, durch die Umsetzung von EU-Tierschutz-Vorschriften, durch Aktivitäten nach dem Vorbild des Niedersächsischen Tierschutzplans und durch ein Umbauprogramm auf eine artgerechtere, antibiotikafreie und flächengebundene Tierhaltung. „Die bisherige agrarindustriefreundliche Politik von Landesregierungen, Genehmigungs- und Kontrollbehörden muss jetzt endlich ein Ende haben“, so AbL-Sprecher Niemann, „Straathofs Agrarfabrik in Binde muss sofort stillgelegt werden!“   

                                                                                
3.600 Zeichen ,  09.11.2012             

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